ZUM SCHLUSS BLEIBT NUR DIE BERBERITZE

Dokumentarfilm, 2015, 78 Min.

 

Im April 2012 finden zwei Ausbrecher aus dem Hochsicherheitstrakt einer Forensischen Psychiatrie Unterschlupf bei einem Bauunternehmer und Teilzeit-Psychologen in Wiesbaden. Dieser  beschliesst, die beiden Ausbrecher nach Sardinien zu bringen, um dort gemeinsam  mit ihnen ein alternatives Therapiezentrum zu errichten. Ein Haus, das ihm gehört und dort seit Jahrzehnten im Rohbau steht, soll ihnen dafür als Ort dienen. Um das Projekt zu dokumentieren, kontaktiert er zwei Studierende der Kunsthochschule für Medien Köln. Der so entstandene Film begleitet die Drei bei ihrer waghalsigen Reise.

 

Parallel dazu wird der Neubau einer Forensischen Psychiatrie in Göttingen im Jahr 2014 dokumentiert. Die ambitionierten Pläne des dortigen medizinischen Direktors und sein märchenhaft anmutendes Sicherheitskonzept stehen in einem Kontrast- aber auch Korrespondenzverhältnis zu der Outlaw-Aktion des selbsternannten Psychiatrie-Reformers. Vor allem aber lässt der Film die beiden Ausbrecher zu Wort kommen, die ihre Sichtweisen auf die Forensische Psychiatrie in Deutschland darlegen. Aus sehr individuellen Perspektiven nähert sich der Film so einem komplexen Thema, welches durch die rasant steigenden Unterbringungszahlen in Forensischen Psychiatrien aktuell mehr und mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückt und Gegenstand einer intensiv geführten Debatte über Grundsatzfragen des deutschen Rechtsstaates ist.

 

Buch / Regie: Lia Sudermann

Kamera: Raphael Rumpf, Gregor Steinweg

Schnitt: Franz-Xaver Schumacher, Lia Sudermann

Tongestaltung: Jonathan Kastl

Tonmischung: Robert Keilbar

Farbkorrektur: Fabiana Cardalda

Eine Produktion der Kunsthochschule für Medien Köln, gefördert durch die Film- und Medienstiftung NRW

 

UA: 24. März 2016 One World Romania, Bukarest

04. Feb. 2017 Köln und Mülheim & 18. Feb. 2017 Münster Stranger Than Fiction